Die Zukunft des Bauens soll solar sein

26. Mai 2009 HW

Zahlreiche Veranstaltungen stellen in diesem Jahr das Thema Solares Bauen für Architekten, Planer und Bauherren in den Mittelpunkt. Den Anfang macht die Intersolar in München, die morgen ihre Tore öffnet. Aber auch das Fraunhofer ISE und die Bauhaus-Universität machen die Gebäudehülle zum Kraftwerk.

Den Anfang macht die Intersolar, die in den nächsten drei Tagen Architekten, Planern und Installateuren einen Überblick über die Einsatzmöglichkeiten der Solartechnik in Gebäuden gibt. Daneben werden auf Europas Leitmesse für Solartechnik auch die Neuheiten und Trends der Photovoltaik sowie der Solarthermie präsentiert. Die Fachmesse, die bislang in Freiburg zu Hause war und nun bereits im zweiten Jahr in der bayerischen Landeshauptstadt stattfindet, will mit der gebäudeintegrierten Solartechnik Planern und Architekten ästhetische Lösungen für Fassaden, Dächer, Verglasungen und als Sonnenschutz zeigen. Solarzellen stehen dafür in einer Vielzahl von Farben, Formen und Oberflächen zur Verfügung: “Semitransparente oder opake Solarzellen für Licht- und Sonnenschutzsysteme mit integrierter Photovoltaik eignen sich besonders als gestalterisches Bauelement”, erklärt Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar).

In diesem Jahr wird das Angebot der Messe darüber hinaus erstmals um eine eigene Halle für Photovoltaik-Produktion und -Technologie ergänzt. Insgesamt erwarten rund 1.300 Aussteller in neun Hallen auf 100.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche Besucher aus aller Welt. Dies entspricht, verglichen mit dem Jahr 2008, einem Flächenwachstum von 30 Prozent.

Auch auf europäischer Ebene will man im Gebäudebereich stärker auf die Erneuerbaren setzen. Ab 2019 sollen alle Neubauten ihre Energie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien beziehen, so sieht es der Richtlinienvorschlag der Brüsseler Kommission, welcher auch seitens des Industrie- und Energieausschusses des Europäischen Parlaments gebilligt wurde, vor. “Zur Erreichung dieser Energie- und Klimaschutzziele ist die Nutzung der gebäudetechnischen Potenziale von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien, insbesondere der Solarenergie, unumgänglich”, betont Professor Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme. Sein Institut lädt deshalb Mitte Oktober zum so genannten Solar Summit nach Freiburg ein. Dort soll gezeigt werden, welche neuen Methoden und Techniken es gibt, um die Kraft der Sonne bestmöglich für die Energieeffizienzsteigerung in Gebäuden nutzbar zu machen.

Während Intersolar und Solar Summit auf die verschiedenen Technologien der Solarnutzung fokussieren, will man in Erfurt mit dem Kongress Bauhaus.SOLAR einen Schritt weitergehen. Hier sollen Architekten genauso wie Städteplaner und Baugesellschaften diskutieren, welche architektonischen und gestalterischen Möglichkeiten das solare Bauen bietet. Der Rektor der Bauhaus-Universität Weimar, Professor Gerd Zimmermann, will dafür die bislang getrennten Bereiche Architektur und Solar zusammenführen: “Die Herausforderung besteht in einem fachüber- greifenden Dialog zwischen Architekten, Ingenieuren und Planern. Die Technologien der Solarenergie und der Energieeffizienz, aber auch innovative Baumaterialien, sind integraler Bestandteil einer modernen Architektur.” Die Architekten und die, die es noch werden wollen, können in Weimar auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits 1919 gründete Walter Gropius diese wichtige und einflussreiche Gestaltungs- hochschule des 20. Jahrhunderts. Vielleicht gehen 90 Jahre später wieder innovative Ideen des Bauens von Thüringen aus - dieses Mal solar.

Weitere Informationen im Internet unter

Intersolar, München, 27.-29. Mai 2009
www.intersolar.de

Solar Summit, Freiburg, 14.-16. Oktober 2009
www.solar-summits.com

Bauhaus.SOLAR, Erfurt, 11.-12. November 2009
www.bauhaus-solar.de

Fotos: Solaranlagen auf dem Dach des Jakob-Kaiser-Hauses und des Paul-Löbe-Hauses (Solares Regierungsviertel, Berlin). Fotografen: Hans Gruner und Helmut Kloth. Siehe www.solarintegration.de