Windenergie

Repowering – aus alt macht neu
Repowering meint den Ersatz von älteren Windenergieanlagen der ersten Generation durch neue, leistungsstärkere Maschinen. Ziel ist eine bessere Ausnutzung der verfügbaren Standorte, die Erhöhung der installierten Leistung bei gleichzeitiger Reduktion der Anzahl der Anlagen. Generell gilt: Erst ab einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von 8 Metern pro Sekunde ist der Betrieb einer Windkraftanlage wirtschaftlich.

Offshore – Windkraftanlagen auf hoher See
Auf dem Meer wehen die Winde stärker und stetiger, deshalb liegt die Energieausbeute von Windenergieanlagen etwa um 40 Prozent höher als an Land. Nach Schätzungen der European Wind Energy Association (EWEA) werden in Europa noch in diesem Jahrzehnt 10.000 Megawatt Offshore-Leistung installiert, bis 2020 sollen es dann 70.000 MW sein. Bereits heute drehen sich vor den Küsten Dänemarks, Schwedens, Großbritanniens und Irlands die Rotoren von über 300 Anlagen mit zusammen 600 MW.

Offshore in Nord- und Ostsee
Auch in Deutschland ist der Startschuss gefallen: 40 Projekte sind in Nord- und Ostsee beantragt. Davon sind bereits 21 Projekte genehmigt, realisiert sind bisher jedoch nur zwei Testanlagen bei Emden (Enercon E112, 4,5 MW-Anlage) sowie bei Rostock (2,3 Megawatt Anlage von der Firma Nordex). Der deutsche Rückstand in Sachen Offshore erklärt sich durch ein aufwändiges Genehmigungsverfahren und hohe Umweltauflagen. Um Auswirkungen auf das Landschaftsbild auszuschließen, werden die Offshore-Windparks – im Gegensatz zu skandinavischen und britischen Projekten – weit vor der Küste in bis zu 40 Meter tiefem Wasser errichtet. Die technischen Anforderungen (Turmbau, Kabellegung, Wartung) sind hierbei um ein Vielfaches höher als beim Bau von Anlagen direkt vor der Küste.

Offshore: eine Gefahr für die Meere?
Das deutsche Umweltministerium finanziert ein Programm zur ökologischen Begleitforschung der Offshore Windenergie-Nutzung. Darüber hinaus sind Untersuchungen Bestandteil der Genehmigungsauflagen durch das Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie (BSH). Alle beantragten Offshore Windparks führen Studien durch.
Um die gigantischen Ressourcen auf dem Meer für eine umweltverträgliche Energiegewinnung zu erschließen wurde ein umfangreiches Forschungs- und Monitoring-Programm aufgelegt.
Die dänischen Offshore Windparks von Horns Rev und Nysted werden durch ein “Environmental Monitoring Program” begleitet. Erste Berichte liegen bereits vor und die Ergebnisse stimmen die Betreiber positiv: der viel zitierte Konflikt zwischen Windkraftanlagen auf dem Meer und dem Naturschutz sei laut Studie nur gering und damit verglichen der Beitrag der Windenergie zum Naturschutz sogar größer.
Aktuelle Studien aus Schweden zum Einfluss der Offshoreanlagen auf den Vogelzug bestätigen, dass die Vögel sich sehr gut auf die neue Situation einstellen können. Zu ähnlichen Ergebnissen kommen Untersuchungen mit Schweinswahlen und Delphinen. Die größte Belastung tritt hier während der Bauphase auf. Doch sollen sich die Meeressäuger sehr schnell wieder von der vorübergehenden Störung erholen, so das vorläufige Zwischenergebnis.
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